«Ich finde es spannend, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen»
Erhan Babac wurde im Mai dieses Jahres neu in den Vorstand der SRG Aargau Solothurn gewählt. Im Porträt-Interview stellt er sich vor, spricht über seine Motivation, seine Perspektiven und darüber, was ihm im Engagement für den Service public besonders wichtig ist.
Was hat dich damals dazu bewogen, dich auf die ausgeschriebene Vorstandsvakanz zu bewerben?
Mich hat vor allem die Möglichkeit gereizt, die Medienlandschaft in unserer Region ein Stück weit mitzugestalten. Als Vorstandsmitglied der SRG Aargau Solothurn kann ich lokale Interessen einbringen und gleichzeitig dazu beitragen, dass die SRG für die Menschen in unseren beiden Kantonen nahbar und fassbar bleibt.
Besonders wichtig ist mir dabei auch der Bildungsauftrag der SRG. Medien sollen aus meiner Sicht nicht nur informieren und unterhalten, sondern auch Zusammenhänge erklären, Wissen vermitteln und unterschiedliche Perspektiven zugänglich machen. Gerade in einer Zeit, in der wir mit Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen konfrontiert sind, finde ich diesen Auftrag besonders relevant.
Welche Bedeutung hat die SRG aus deiner Sicht – sowohl für die Gesellschaft als auch für dich persönlich?
Die SRG ist für mich ein wichtiger Teil der Schweizer Gesellschaft. Sie schafft ein gemeinsames mediales Fundament und ermöglicht es, sich über Themen zu informieren, die einen als Gesellschaft und als Individuum betreffen.
Auch bei uns zuhause gehört das SRF-Angebot ganz selbstverständlich zum Alltag. Der „Kassensturz“ ist beispielsweise jede Woche fest in unserem Kalender verankert. Daneben schaue ich gerne „Arena“, um mich über politische Entwicklungen und unterschiedliche Positionen zu informieren. Und mit SRF Doc oder SRF Impact gibt es immer wieder spannende Dokumentationen, die ganz unterschiedliche Themen beleuchten.
Was ich an diesem Angebot besonders schätze, ist die Bandbreite: Man kann sich informieren, sich eine Meinung bilden, etwas Neues lernen oder einfach einmal in ein Thema eintauchen, mit dem man sich sonst vielleicht nicht beschäftigen würde.
Gibt es aus deiner Sicht eine Verbindung zwischen deiner beruflichen Tätigkeit und dem Service-public-Auftrag der SRG?
Auf den ersten Blick sind meine Tätigkeit im Asset Management und der Service-public-Auftrag der SRG zwei ziemlich unterschiedliche Welten. Trotzdem gibt es für mich eine wichtige Verbindung: Es geht in beiden Fällen stark darum, unterschiedliche Bedürfnisse zu verstehen, Vertrauen aufzubauen und langfristig zu denken.
In meinem beruflichen Alltag arbeite ich mit Menschen und Organisationen mit sehr unterschiedlichen Ausgangslagen und Erwartungen. Zuhören, verschiedene Perspektiven zusammenzubringen und daraus tragfähige Lösungen zu entwickeln, gehört zu meinem täglichen Geschäft.
Diese Erfahrung nehme ich auch in den Vorstand mit. Gerade bei einer Organisation wie der SRG treffen viele unterschiedliche Interessen aufeinander. Ich finde es spannend, diese Perspektiven zusammenzubringen und dabei immer wieder die Frage zu stellen: Was bedeutet das für die Menschen in unserer Region?
Welche gesellschaftliche, politische oder persönliche Perspektive bringst du in den Vorstand der SRG AG SO ein?
Ich bringe sicherlich eine Kombination aus beruflicher Erfahrung, regionaler Verbundenheit und gesellschaftlichem Engagement mit. Beruflich bin ich seit mehreren Jahren im Investmentbereich tätig und beschäftige mich viel mit Märkten, Unternehmen und langfristigen Entwicklungen. Gleichzeitig engagiere ich mich neben meinem Beruf in verschiedenen Organisationen und Vereinen.
Mein persönlicher Hintergrund hat mich zudem gelehrt, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Ich bin in der Schweiz zuhause, habe aber auch einen internationalen und interkulturellen Bezug. Ich glaube, dass genau diese unterschiedlichen Blickwinkel eine Diskussion bereichern können.
Am Ende geht es für mich aber weniger darum, eine bestimmte Perspektive durchzusetzen. Viel wichtiger finde ich, neugierig zu bleiben, zuzuhören und gemeinsam mit anderen gute Lösungen zu entwickeln. Gerade ein Vorstand kann seine Stärke aus der Unterschiedlichkeit seiner Mitglieder ziehen.
Was hat dich seit deinem Eintritt in den Vorstand der SRG am meisten überrascht?
Am meisten überrascht hat mich die geballte Expertise, die meine Vorstandskolleginnen und -kollegen aus ihren jeweiligen Bereichen mitbringen. Jeder bringt andere berufliche Erfahrungen, Interessen und Perspektiven mit – und trotzdem verbindet uns eine hohe intrinsische Motivation, etwas zu verändern, zu gestalten und weiterzuentwickeln.
Besonders schön finde ich dabei die Art der Zusammenarbeit. Trotz persönlicher und beruflicher Unterschiede erleben ich die Arbeit als sehr kollaborativ und gleichzeitig effizient. Es wird diskutiert, unterschiedliche Sichtweisen werden eingebracht und am Ende entsteht daraus etwas Gemeinsames.
Für mich ist das vielleicht auch die wichtigste Erkenntnis aus meinen ersten Monaten im Vorstand: Ein divers zusammengesetztes Team kann gerade wegen seiner Unterschiede sehr viel bewegen. Wenn unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven zusammenkommen und alle dasselbe Ziel verfolgen, können daraus Resultate entstehen, die keiner alleine hätte entwickeln können.